Kinderarztpraxis.
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News

Starten Sie in den Mitmachmonat „Rauchfrei im Mai“

Viele Raucherinnen und Raucher wollen mit dem Rauchen aufhören – doch oft fehlt der konkrete Anlass. Der bundesweite Mitmachmonat „Rauchfrei im Mai“ bietet genau diesen Startpunkt. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, die Deutsche Krebshilfe und das IFT-Nord rufen auch in diesem Jahr wieder zur Teilnahme auf. Der Auftakt der Aktion findet in diesem Jahr mit den Kölner Verkehrs-Betrieben statt, die die Initiative als Partner vor Ort unterstützen.

Das Ziel ist klar: Im Mai 31 Tage rauchfrei bleiben und so den Grundstein legen für ein rauchfreies Leben. Wer sich anmeldet, erhält motivierende Nachrichten, praktische Tipps und kann mit etwas Glück bis zu 1.000 Euro gewinnen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind bis zum 30. April 2026 unter www.rauchfrei-im-mai.de möglich.

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland: Jedes Jahr sterben etwa 130.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums und rund 90 Prozent der Lungenkrebsfälle entstehen durch Rauchen. Wer aufhört, senkt sein Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronische Atemwegserkrankungen deutlich. Schon nach wenigen Wochen verbessert sich die Lungenfunktion, nach einem Jahr sinkt das Risiko für Herzkrankheiten erheblich. Gleichzeitig schützt ein Rauchstopp auch Familie, Kolleginnen und Kollegen sowie andere Menschen vor den Gefahren des Passivrauchens.

Die Auftaktveranstaltung zum Mitmachmonat fand am heutigen Mittwoch mit den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) an der Haltestelle Neumarkt statt. Für das Verkehrsunternehmen hat das Thema eine besondere Bedeutung: Es unterstützt die Gesundheit der eigenen Mitarbeitenden und setzt sich zugleich für den Schutz der Fahrgäste vor Passivrauch ein.

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Jeder Tag ist ein guter Tag, um aufzuhören. Denn jeder rauchfreie Tag stärkt Ihre Gesundheit. Wenn im Mai bundesweit zehntausende Menschen gemeinsam Zigaretten, Tabak und Nikotin hinter sich lassen, entsteht eine starke Bewegung. Werden Sie Teil davon und starten Sie jetzt in Ihr rauchfreies Leben.“ 

Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe: „Rauchen ist der größte vermeidbare Krebsrisikofaktor: Etwa 20 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland gehen auf das Rauchen zurück. Mit „Rauchfrei im Mai“ haben in den letzten beiden Jahren tausende Menschen den Rauchstopp geschafft – und damit ihr persönliches Krebsrisiko gesenkt. “

Peter Densborn, Vorstand und Arbeitsdirektor der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB): „Rauchen führt oft in doppelter Hinsicht zu Beschwerden. Einerseits gesundheitlich, andererseits durch Fahrgäste, die sich durch Zigarettenqualm an Haltestellen belästigt fühlen. Daher appellieren wir immer wieder an ein rücksichtsvolles Miteinander und haben gerade erst in unserer Initiative ‚Seid lieb zueinander‘ plakativ gefordert: ‚Macht die Haltestelle nicht zur Raucherecke‘. Unseren Mitarbeitenden bieten wir regelmäßig gesundheitspräventive Maßnahmen für ein rauchfreies Leben an – vom Einzelcoaching bis zur motivierenden App. Deshalb halten wir die Kampagne ‚Rauchfrei im Mai‘ für wichtig und unterstützenswert.“

Prof. Dr. Reiner Hanewinkel, Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung: „Wir freuen uns über jeden, der im Mai wieder richtig durchatmen möchte und sich anmeldet. Das Mitmachen ist kostenlos und ganz einfach. Online auf www.rauchfrei-im-mai.de anmelden und zur Vorbereitung und als tägliche Begleitung im Monat Mai unterstützende Nachrichten erhalten. Am Ende winkt auch noch die Chance, bis zu 1.000 Euro zu gewinnen – noch ein Argument mehr für den Start in die Rauchfreiheit.“

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit zum Aktionsmonat unter www.rauchfrei-im-mai.de.

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit, der IFT-Nord Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung gGmbH, der Kölner Verkehrs-Betriebe AG und der Deutschen Krebshilfe

20.04.2026 DGA | Quelle: Stiftung Deutsche Krebshilfe

TÜV Süd erklärt, was gute Blutdruckmessgeräte ausmacht

Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten und bleibt oft lange unbemerkt. Regelmäßiges Messen kann dabei helfen, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und den Verlauf einer Therapie zu begleiten. Voraussetzung dafür sind ein geeignetes Blutdruckmessgerät und die richtige Anwendung. Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf und bei der Nutzung achten sollten, erklären die TÜV Süd-Experten Stephan Kammermayer und Joachim Arzt.

Blutdruckmessgeräte zählen zu den Medizinprodukten. TÜV Süd prüft seit vielen Jahren medizinische Messgeräte und unterstützt Hersteller dabei, Sicherheit, Genauigkeit und Qualität zu bewerten – auch für den Einsatz im häuslichen Umfeld.

Oberarm- oder Handgelenkgerät Verbraucherinnen und Verbraucher haben grundsätzlich die Wahl zwischen Oberarm- und Handgelenk-Blutdruckmessgeräten. Oberarmgeräte gelten als besonders zuverlässig, da sie näher am Herzen messen und weniger anfällig für Messfehler sind. „Für viele Anwender ist das Oberarmgerät die erste Wahl – vor allem, wenn sie möglichst verlässliche Werte möchten“, sagt der Produktexperte. Geräte für das Handgelenk sind kompakter und eignen sich gut für unterwegs. Allerdings reagieren sie sensibler auf die Messposition. „Das Handgelenk muss während der Messung auf Herzhöhe sein. Schon kleine Abweichungen können die Werte verfälschen“, erklärt Joachim Arzt. Für ältere Menschen, Schwangere oder Personen mit Herzrhythmusstörungen empfehlen Fachgesellschaften in der Regel Oberarmgeräte.

Manschette: Passform entscheidet über die Messgenauigkeit Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Manschette. Wichtig ist, dass sie zur Oberarmgröße passt. Eine zu kleine oder zu große Manschette kann zu falschen Messergebnissen führen. Beim Kauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher daher auf den angegebenen Armumfang achten und eine passende Größe wählen. Praktisch sind Manschetten mit Markierungen oder einer Sitzkontrolle, die anzeigen, ob sie korrekt angelegt sind. Viele Hersteller bieten unterschiedliche Manschettengrößen oder Universal-Manschetten an – ein Blick in die Produktbeschreibung lohnt sich.

Messkomfort und Zusatzfunktionen Ein gutes Blutdruckmessgerät sollte einfach zu bedienen sein und über ein gut ablesbares Display verfügen. Sinnvoll sind außerdem Speicherfunktionen: Viele Modelle speichern mehrere Messwerte, in vielen Fällen auch getrennt für zwei Personen, und können Durchschnittswerte bilden. „Wer seine Werte regelmäßig dokumentiert, kann Veränderungen besser erkennen und diese gezielt mit dem Arzt besprechen“, so Arzt. Einige Geräte erkennen zudem unregelmäßige Herzschläge oder geben Hinweise zur Einordnung der Werte. Solche Funktionen können die Nutzung im Alltag erleichtern, ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose. Hilfreich können auch Anzeigen zur richtigen Körperhaltung oder Bewegungssensoren sein, die Messfehler frühzeitig anzeigen.

So misst man richtig
Selbst das beste Gerät liefert nur dann gute Werte, wenn korrekt gemessen wird. Joachim Arzt rät zu einer festen Routine: „Vor der Messung sollten Anwender ein paar Minuten zur Ruhe kommen. Wichtig ist außerdem eine bequeme Sitzhaltung und ein abgestützter Arm.“ Während der Messung sollte man ruhig sitzen, nicht sprechen, die Beine nicht überkreuzen und die Manschette direkt auf der Haut oder über dünner Kleidung anlegen. Mehrere Messungen hintereinander und die Berechnung des Mittelwerts können die Aussagekraft zusätzlich verbessern. Es wird empfohlen, möglichst immer zur gleichen Tageszeit zu messen – etwa morgens und abends – und die Werte über mehrere Tage zu vergleichen.

App-Funktionen: praktisch, aber Datenschutz beachten Viele moderne Geräte lassen sich per Bluetooth mit einer App verbinden. Das kann hilfreich sein, um Messwerte automatisch zu speichern, Verläufe darzustellen und Daten beim Arzttermin vorzulegen. „Solche Funktionen sind bequem, entscheidend ist aber, dass Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten“, sagt Kammermayer. Wer App-Angebote nutzt, sollte auf transparente Datenschutzhinweise achten und prüfen, welche Berechtigungen die App verlangt. Wichtig ist außerdem, dass sich die Messwerte auch ohne App direkt am Gerät ablesen lassen.

Produktsicherheit im Alltag Damit die Messergebnisse verlässlich sind, sollte das Gerät geprüft sein und den geltenden Anforderungen entsprechen. Orientierung bietet das blaue TÜV Süd-Oktagon: Das Prüfzeichen bestätigt unter anderem die elektrische Sicherheit, die Qualität der Verarbeitung und die Zuverlässigkeit der Messung. Dazu zählen beispielsweise sichere Netzteile, eine stabile Isolation sowie Schutzfunktionen gegen Überhitzung oder Fehlströme. Auch bei batteriebetriebenen Geräten sind eine sichere Konstruktion, ein geschütztes Batteriefach, Verpolungsschutz und eine geprüfte Ladeelektronik bei Akkugeräten wichtig. Zusätzlich sollten Verbraucher darauf achten, dass das Gerät klinisch validiert ist, beispielsweise nach der Norm DIN EN ISO 81060-2 oder gemäß den Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften. Blutdruckmessgeräte als Medizinprodukte müssen ein CE-Kennzeichen tragen. Dieses zeigt an, dass grundlegende Sicherheits- und Leistungsanforderungen unter anderem nach der Norm EN IEC 80601-2-30 eingehalten werden.

16.04.2026 DGA | Quelle: TÜV Süd AG, Dirk Moser-Delarami

Leichter Rückgang beim Krankenstand

Der Krankenstand der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbstätigen ist im Jahr 2025 erneut leicht gesunken, liegt aber immer noch auf einem hohen Niveau. So wurde jede bei der TK versicherte Erwerbsperson im Jahr 2025 durchschnittlich 18,6 Tage krankgeschrieben. In den Jahren zuvor lag der Wert noch höher (2024: 19,1 Fehltage; 2023: 19,4 Fehltage; 2022: 19,0 Fehltage).  

Weniger Fehltage aufgrund von Grippe und Co.   "Wir sehen in unseren Daten, dass es einen leichten Rückgang bei den Erkältungskrankheiten gibt, etwa bei Grippe, Corona oder Bronchitis", erklärt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. "Während wir zu Beginn des Jahres noch eine sehr große Erkältungswelle verzeichnet haben, gab es im Herbst und Winter deutlich weniger Fehltage aufgrund von Grippe und Co. als in den Vorjahren."  Im Schnitt war jede TK-versicherte Erwerbsperson 2025 aufgrund von Erkältungskrankheiten 4,25 Tage krankgeschrieben (2024: 4,68 Fehltage; 2023: 5,11 Fehltage; 2022: 5,75 Fehltage).  

Auch bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, die generell einen großen Anteil an den Krankschreibungstagen ausmachen, gab es einen leichten Rückgang von durchschnittlich 2,71 Fehltagen im Jahr 2024 auf 2,62 im Jahr 2025.

Erneute Zunahme bei den psychischen Diagnosen Eine leichte Zunahme hingegen verzeichnen erneut die Fehlzeiten aufgrund psychischer Diagnosen wie zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen. Diese steigen seit Jahren kontinuierlich an. Fehltage aus diesem Bereich beliefen sich für das Jahr 2025 über alle Erwerbstätigen hinweg auf durchschnittlich 3,81 Krankheitstage. In den Jahren zuvor waren es 3,75 (2024); 3,59 (2023); 3,33 (2022).  

Debatte um telefonische Krankschreibung setzt falschen Schwerpunkt "Die Debatte um die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung für leichte Erkrankungen wie beispielsweise Erkältungen setzt einen falschen Schwerpunkt. Langfristige gesundheitliche Probleme wie zum Beispiel Rückenschmerzen oder psychische Erkrankungen sind zwar seltener, fallen aber durch die längere Dauer deutlich mehr ins Gewicht", so TK-Chef Baas. Hier könnten auch Arbeitgeber mit gezieltem Betrieblichen Gesundheitsmanagement viel für die Gesundheit ihrer Beschäftigten tun. "Neben klassischen ergonomischen Maßnahmen und stressreduzierenden Arbeitsabläufen und Strukturen zahlt vor allem eine wertschätzende Unternehmenskultur nachhaltig auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeitenden ein." 

13.04.2026 DGA | Quelle: Techniker Krankenkasse, Nicole Ramcke

Plötzlicher Herztod: Angehörige von Betroffenen besser schützen

Der plötzliche Herztod ist mit jährlich über 65.000 Verstorbenen die häufigste Todesursache außerhalb von Krankenhäusern in Deutschland. Bei einem Großteil der Betroffenen bestand eine langjährige Erkrankung der Herzkranzgefäße, die koronare Herzkrankheit (KHK), die meistens erst bei älteren Menschen konkret in Erscheinung tritt.  Allerdings kann es auch bei jungen, scheinbar gesunden Menschen unter 50 Jahren zu einem plötzlichen Herztod kommen. „Der vorzeitige plötzliche Herztod einer jungen Person ist nicht nur unerwartet, sondern meist in der Ursache unklar, weil im Vorfeld des Herztods oft nur wenige oder keine Symptome für ein Herzereignis bestanden“, berichtet Prof. Dr. Silke Kauferstein, Leiterin des Zentrums für plötzlichen Herztod und Kardiogenetik am Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Frankfurt. Neben angeborenen Herzfehlern, Veränderungen der Herzkranzgefäße (Herzanomalien), Drogen, Medikamenten oder einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) sind in zirka 40 Prozent der Fälle genetisch bedingte und damit vererbbare Herzerkrankungen für den frühzeitigen Tod verantwortlich. 

Weil vererbbare Herzerkrankungen – also Genvarianten, die Struktur oder Elektrik des Herzens verändern – dem plötzlichen Herztod zugrunde liegen können, haben auch Angehörige von Herztod-Betroffenen ein potenzielles Risiko für dieses fatale Ereignis. Leider fehlt es derzeit an einer bundesweit etablierten Versorgungsstruktur, die den speziellen Bedürfnissen dieser Risiko-Familien in Form psychologischer und medizinischer Betreuung gerecht wird. Ein Forscher-Team unter der Leitung von Prof. Kauferstein untersucht nun die aktuelle Versorgungssituation von Angehörigen eines am plötzlichen Herztod verstorbenen jungen Menschen unter 50 Jahren. Die Deutsche Herzstiftung unterstützt das Forschungsvorhaben „Plötzlicher Herztod – was dann? Aktuelle Versorgungssituation betroffener Familien in Deutschland“ mit rund 65000 Euro. Begleitend führen die Frankfurter Forscher:innen eine (anonyme) Befragung für Angehörige durch. Mit Hilfe der Analysedaten sollen Versorgungsangebote und -strukturen gezielt weiterentwickelt werden. Zur Umfrage: https://like-healthcare.limesurvey.net/744949?lang=de

Lücke in der Versorgung  Den Impuls für diese Studie liefert die derzeitige Versorgungsrealität: Im deutschen Gesundheitssystem ist die medizinische Versorgung von Risiko-Familien in Form einer strukturierten Untersuchung und der damit einhergehenden kardiologischen und genetischen Beratung nur „lückenhaft und weit hinter ihren Möglichkeiten“, wie Prof. Kauferstein bemerkt. Um die Versorgungssituation Angehöriger im Rahmen einer Online-Umfrage systematisch zu erfassen, sollen mit Hilfe der erhobenen Daten unter anderem Handlungsempfehlungen für eine optimierte Versorgung betroffener Familien in Deutschland entstehen. „Wer in seiner Familie einen plötzlichen Herztod erlebt hat, kann über die Online-Befragung beispielsweise angeben, welche medizinische, organisatorische und psychologische Unterstützung er oder sie erhalten hat und was ihrer Ansicht nach gefehlt hat“, erklärt Prof. Kauferstein. 

Nach Expertenschätzungen sterben pro Tag etwa drei junge Menschen unter 50 Jahren am plötzlichen Herztod und erstgradige Angehörige haben ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Nach Schätzungen bleiben je Todesfall 2,5 Angehörige zurück, somit leben hierzulande rund 2500 Angehörige mit einem familiären Herztod-Risiko. „Die Zahlen führen vor Augen, wie dringend notwendig eine strukturierte Versorgung dieser Risiko-Gruppe in Deutschland ist. Das Forschungsvorhaben von Prof. Kauferstein und ihrem Team kann dazu beitragen, Risikofaktoren datenbasiert zu identifizieren, Diagnose- und Versorgungswege zu verbessern und personalisierte Präventions- und Therapieansätze abzuleiten“, betont der Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. 

Angehörige oft sich selbst überlassen Die genetisch bedingten Herzerkrankungen gehen häufig mit einem 50-prozentigen Risiko für Angehörige ersten Grades der verstorbenen Person – also Geschwister und Kinder – einher, selbst Träger der Genveränderung zu sein. Damit besteht für sie ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod. Viele der Todesfälle in jungen Jahren ließen sich daher vermeiden, wenn die Betroffenen und ihre Familien über ihr genetisches Risiko für den „Sekundentod“ Bescheid wüssten und sich in medizinischer Betreuung befänden. Das Frankfurter Zentrum für plötzlichen Herztod und Kardiogenetik ist nach eigenen Angaben in seiner interdisziplinären Expertise für diese Risikogruppe einzigartig. Es betreut Patient:innen mit vererbbaren sogenannten Arrhythmiesyndromen und Angehörige eines am plötzlichen Herztod verstorbenen jungen Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet. 

Vergessene Risikogruppe Angehörige benötigen in dieser für sie sehr traumatischen und emotionalen Zeit der Trauer dringend professionelle Unterstützung und Hilfe durch Spezialist:innen sowohl zur psychischen Gesundheit als auch zur genetischen und kardiologischen Beratung. Eine kardiologische Untersuchung von Verwandten ersten Grades kann Hinweise erbringen, die zur Prävention des plötzlichen Herztodes oder von anderen lebensbedrohlichen Herzereignissen beitragen. Denn viele dieser Erkrankungen sind gut behandelbar bzw. es gibt Vorsichtsmaßnahmen. „Leider müssen sich Angehörige oftmals selbst durch die Versorgungslandschaft navigieren, um entsprechende Hilfsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten zu finden“, sagt die Wissenschaftlerin und Ärztin Dr. Eva Corvest Ph.D. vom Zentrum für plötzlichen Herztod und Kardiogenetik. Eine strukturierte Versorgung der Angehörigen, indem man diese leitliniengerecht klinisch und gegebenenfalls genetisch untersucht, erfolge im deutschen Gesundheitssystem „nur sporadisch“ und sei nicht angemessen etabliert. „Die betroffenen Familien sind somit eine vergessene Risikogruppe“, warnt die Ärztin und Wissenschaftlerin Dr. Britt Beckmann, sie führt mit Dr. Corvest das Forschungsvorhaben durch. Ein hiesiges Problem: Aufgrund der Seltenheit der zahlreichen Erkrankungen, die für einen plötzlichen Herztod in jungen Jahren ursächlich sein können, ist das Wissen darüber auf einen kleinen Kreis ausgewiesener Spezialist:innen beschränkt, die strukturierte Untersuchungen der Angehörigen durchführen. Diese Untersuchungen sind aber enorm wichtig, um bei einer diagnostizierten genetischen Herzerkrankung therapeutische und präventive Maßnahmen einleiten zu können. 

Forschung für einen besseren Schutz der Angehörigen Dr. Corvest und ihre Forscherkollegin Dr. Beckmann möchten deshalb im Rahmen ihres Forschungsvorhabens die Versorgungssituation von Angehörigen eines am plötzlichen Herztod verstorbenen jungen Menschen (<50 Jahren) mit Hilfe der Umfrage systematisch erfassen und dabei offene Fragen klären wie:

  • Welche Leistungen haben die Angehörigen in Anspruch genommen?
  • Welche Behandlungsbedürfnisse bestehen aus Sicht der Angehörigen? 
  • Welche Hürden und Barrieren bestehen in der Versorgung der Angehörigen?
  • Wie beurteilen die Angehörigen subjektiv ihre psychische Belastung und welcher spezielle Versorgungsbedarf resultiert daraus?
„Unser Ziel ist es, Risiko-Familien besser schützen zu können, indem wir mit Hilfe der Daten aus der Befragung Handlungsempfehlungen für eine bedarfsgerechte, effiziente und auch ressourcen-optimierte Versorgung der betroffenen Familien in Deutschland ableiten“, betonen Dr. Corvest und Dr. Beckmann. 

Angehörige können mit ihrer Teilnahme an der (anonymen) Befragung dazu beitragen, Versorgungsangebote und -strukturen gezielt weiterzuentwickeln. Zur Umfrage: https://like-healthcare.limesurvey.net/744949?lang=de



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Airflow-Geräte

Pulver-Strahl-Geräte, mittels derer Verfärbungen an den sichtbaren Zahnflächen entfernt werden können, ohne dass der Zahnschmelz angegriffen wird.